Zusammenfassend war es eine sehr abwechselungsreiche und lehrreiche Reise durch zwei der fünf neuen Bundesländer. Zuerst der Besuch der Freunde in Sachsen mit den Abstechern nach Karlsbad und Oberwiesenthal bzw. dem Fichtelberg. Karlsbad und das direkt an der Grenze gelegen Wander- und Skigebiet war sehr beeindruckend. Karlsbad, als im Aufschwung befindlicher Kurort und Bozi Dar locken zunehmend Urlauber an und werden auch auf deutscher Seite mit vielen neuen Unterkünften weiter ausgebaut.
Die Besuche in Annaberg, Weimar und Erfurt waren geschichtlich geprägt. Insbesondere Weimar mit seiner klassischen Kultur prägenden Geschichte mit Goethe und Schiller, List und Bach sowie seiner die deutsche Politik prägenden Epoche mit der Weimarer Verfassung und der Weimarer Republik haben mich sehr beeindruckt. Besonders das Museum „Haus der Weimarer Republik“ am Platz der Demokratie ist lohnenswert.
Die Landeshauptstadt Thüringens, Erfurt, hat mit Martin Luther und der Erfurter Unionsverfassung ebenfalls politik- und kulturprägende Ereignisse in der Geschichte aufzuweisen, die unseren Besuch sehr spannend und abwechslungsreich gestaltet haben. Die Altstadtführung war beeindruckend.
Der kurze Urlaub, als Streifzug durch zwei Bundesländer mit einer reichhaltigen Geschichte und interessanten Landschaften läßt viel für zukünftige Reisen in die übrigen neuen Bundesländer erwarten.
Auf dem Heimweg haben wir dann, einem Tip von Freunden folgend, einen Stop am Nationalpark Hainich eingelegt. Der Nationalpark Hainich, der einen der größten zusammenhängenden Buchenwälder in Deutschland schützt, mit seinem Baumwipfelpfad, will den Besucher die Bedeutung der Wälder und seiner Baumarten nahebringen. Dies wird sehr anschaulich in den dazugehörigen Ausstellungen als auch auf dem Baumwiplefpfad erklärt. Lohnenswert! Der Nationalpark wurde 1997 gegründet, um die natürlichen Buchenwälder und ihre Biodiversität zu schützen.
Der Nationalpark Hainich liegt im Westen Thüringens, zwischen den Städten Eisenach, Mühlhausen und Bad Langensalza. Mit einer Fläche von etwa 16.000 Hektar ist er der größte zusammenhängende Laubwald in Deutschland. Der Buchenwald im Hainich ist ein UNESCO-Weltnaturerbe, was seine globale Bedeutung unterstreicht. Neben den dominierenden Buchen (Fagus sylvatica) gibt es auch Eschen, Ahorne, Eichen und viele andere Baumarten. Der Wald bietet eine vielfältige Pflanzenwelt mit zahlreichen Kraut- und Strauchschichten. Der Nationalpark beherbergt eine Vielzahl von Tieren, darunter seltene Vogelarten wie den Schwarzstorch und den Mittelspecht, sowie Fledermäuse, Wildkatzen und Insekten.
Der Hainich-Nationalpark ist Teil des UNESCO-Weltnaturerbes „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“. Diese Auszeichnung betont die globale Bedeutung der Buchenwälder als wertvolle und schützenswerte Ökosysteme.
Der Weg von Weimar nach Erfurt ist nicht weit, nur ca. 30 km . Unseren Campingplatz finden wir ca. 4 km außerhalb der Innenstadt, die einfach mit dem Fahrrad zu erreichen ist. Der Campingplatz ist erst 3 Jahre alt in einem Top – Zustand. Auch hier habe ich an einer Stadtführung teilgenommen und ein Menge wissenswertes über die reichhaltige Erfurter Geschichte erfahren:
Erfurt ist erst seit 1991 die Landeshauptstadt des Freistaats Thüringen aber eine Stadt mit einer reichen Geschichte und großer kultureller Bedeutung. Ihre Bedeutung erstreckt sich über mehrere Aspekte:
Gründung und Entwicklung: Erfurt wurde erstmals im Jahr 742 n. Chr. urkundlich erwähnt, als Bonifatius das Bistum Erfurt gründete. Im Mittelalter entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Handels- und Bildungszentrum.
Handelsstadt: Durch ihre Lage an wichtigen Handelsrouten, wie der Via Regia, einer bedeutenden Handelsstraße, wuchs Erfurt zu einer wohlhabenden Handelsstadt heran.
Altes Universitätsgebäude
Luther Denkmal in Erfurt
Gründung 1392: Die Universität Erfurt, gegründet 1392, ist eine der ältesten Universitäten Deutschlands. Sie war ein bedeutendes Bildungszentrum, an dem unter anderem der Reformator Martin Luther studierte.
Luthers Aufenthalt: Martin Luther trat 1505 in das Augustinerkloster in Erfurt ein und studierte an der Universität Erfurt. Sein Aufenthalt in der Stadt prägte seine spätere Reformarbeit maßgeblich
Augustinererimitenklosters
Domplatz: Der Dom St. Marien und die Severikirche dominieren den Domplatz und sind Wahrzeichen der Stadt. Der Erfurter Dom ist bekannt für seine beeindruckende gotische Architektur und seine reichen Kunstschätze.
Dom und Serverikirche bei Nacht
70 – stufige Domtreppe
Am 26. Mai 1849 beschlossen Preußen, Hannover und Sachsen das Dreikönigsbündnis mit dem Entwurf der Erfurter Unionsverfassung und dem Entwurf des Erfurter Wahlgesetzes.
Die Erfurter Union war ein Versuch, die deutschen Staaten in einem föderalen Staat zu vereinen. Das Unionsparlament tagte 1850 in Erfurt, was die politische Bedeutung der Stadt unterstrich.
Tagung des Unionsparlaments in der Augustinerkirche
Einzigartiges Bauwerk: Die Krämerbrücke ist die längste durchgehend mit Häusern bebaute Brücke Europas und ein Wahrzeichen Erfurts. Sie wurde im 12. Jahrhundert erbaut und ist heute ein lebendiges Zentrum mit Geschäften und Ateliers.
In der modernen Geschichte hat Erfurt sich zu einem wichtigen Zentrum für Wirtschaft, Bildung und Kultur entwickelt:
das Regierungs- und Verwaltungszentrum: Als Landeshauptstadt Thüringens beherbergt Erfurt die Landesregierung und zahlreiche Behörden.
die Universität Erfurt: Nach der Wiedervereinigung wurde die Universität Erfurt 1994 neu gegründet und ist heute ein bedeutendes Bildungs- und Forschungszentrum.
die Fachhochschule Erfurt: Neben der Universität gibt es auch die Fachhochschule Erfurt, die eine Vielzahl von Studiengängen anbietet.
Dennoch ist das Mittelalterliches Flair erhalten geblieben: Die gut erhaltene Altstadt mit ihren engen Gassen, Fachwerkhäusern und historischen Plätzen zieht viele Besucher an. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten gehört auch die ehemalige jüdische Synagoge.
Die Alte Synagoge in Erfurt ist eine ehemalige Synagoge und mit einem Alter von über 900 Jahren die älteste erhaltene Synagoge Europas.
Im September 2023 wurde die Synagoge als Teil der Stätte Jüdisch-Mittelalterliches Erbe in Erfurt in die Liste des UNESCO-Welterbesaufgenommen.
Der bedeutende, 1998 in unmittelbarer Nachbarschaft der Synagoge gefundene Jüdische Schatz von Erfurt, ist seit Oktober 2009 in der Synagoge ausgestellt.
Zur Synagoge gehört die 2007 bei Bauarbeiten hinter der Krämerbrücke entdeckte, etwa 750 Jahre alte Mikwe.
Haus zum Sonnenborn, heut StandesamtHaus in der Michailisgase mit dem Denkmal von Adam RiesDie Rechentafel von Adam Ries
Zitadelle Petersberg
Über der Erfurter Altstadt erhebt sich die Zitadelle Petersberg – eine der größten und die einzige weitgehend erhaltene barocke Stadtfestung Mitteleuropas. Sternenförmig angelegt, galt sie als die modernste Anlage der damaligen Zeit und als uneinnehmbar. Seit 1990 wird sie mit viel Liebe zum Detail und großem Aufwand rekonstruiert.
Von Annaberg in Sachsen gings nach Weimar in Thüringen. Dort fanden wir einen sehr idyllischen kleinen Campingplatz direkt an der Ilm, ca. 3.5 km außerhalb der Stadt, im Ort Tiefurt. Zudem liegt der Platz direkt am Ilm – Radweg, so dass wir gemütlich mit dem Rad in die Stadt fahren konnten.
Ilm – Radweg unter der 6 – Säulen Brücke hindurch.
Die erste Fahrt führte über den Ilm – Radweg unter Brücke hindurch direkt in die Innenstadt.
Weimar ist weltweit bekannt für seine kulturelle Bedeutung. Die Stadt war im 18. und frühen 19. Jahrhundert das Zentrum der deutschen Klassik und Heimat vieler berühmter Dichter und Denker. Darüberhinaus ist Weimar bekannt für die erste demokratischen Verfassung sowie als Gründungsort der Bauhausschule, gegründet von Walter Gropius:
Cranach – Haus (Lucas Cranach, des Älteren und des Jüngeren)Bauhaus – Hochschule
Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller: Diese beiden großen Dichter lebten und arbeiteten in Weimar. Ihre Werke und ihr Einfluss prägen die deutsche Literatur bis heute. Goethes Wohnhaus und das Schillerhaus sind bedeutende Museen in Weimar.
Herzogin Anna Amalia: Sie förderte die Künste und gründete die Herzogin Anna Amalia Bibliothek, eine der berühmtesten Bibliotheken Deutschlands.
Weimarer Verfassung: Nach dem Ersten Weltkrieg wurde in Weimar die erste demokratische Verfassung Deutschlands, die Weimarer Verfassung, verabschiedet. Dies markierte den Beginn der Weimarer Republik (1919-1933), einer wichtigen Phase der deutschen Geschichte.
Bauhaus-Schule: 1919 gründete Walter Gropius in Weimar das Bauhaus, eine der einflussreichsten Kunst- und Designschulen des 20. Jahrhunderts. Das Bauhaus revolutionierte Architektur, Kunst und Design weltweit. Das Bauhaus-Museum in Weimar zeigt die Geschichte und die Werke dieser Bewegung.
Weimar hat mehrere UNESCO-Welterbestätten, die seine historische und kulturelle Bedeutung unterstreichen.
Mehrere Gebäude und Parks in Weimar, die mit Goethe, Schiller und der Weimarer Klassik verbunden sind, gehören zum UNESCO-Welterbe. Dazu zählen das Goethehaus, das Schillerhaus, das Stadtschloss und der Park an der Ilm.
Bei einer mehrstündigen Stadtführung bekamen wir eine Einblick in eine Stadt mit außergewöhnlicher kultureller, politischer und historischer Bedeutung. Sie ist das Herz der deutschen Klassik, Geburtsort der Weimarer Republik und Heimat des revolutionären Bauhauses. Weimar wird uns immer in Erinnerung bleiben!
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wirkten Harry Graf Kessler und Henry van de Velde in Weimar und es folgte die Gründung von Bauhaus und Weimarer Republik. Bauhaus-Stätten in Weimar, darunter das Hauptgebäude des Bauhauses und das Haus am Horn, sind ebenfalls Teil des UNESCO-Welterbes.
m 16. Jahrhundert waren die Kunstmaler Lucas Cranach der Ältereund der Jüngere in Weimar tätig. Im 17. Jahrhundert erfolgte die Gründung der Fruchtbringenden Gesellschaft. Ins 18. Jahrhundert fallen die Aufenthalte von Johann Sebastian Bach. Darauf folgte die Weimarer Klassik mit Wieland, Goethe, Herder und Schiller. Das 19. Jahrhundert ist verbunden mit Franz Liszt, Richard Strauss, Friedrich Nietzsche und den Landschaftsmalern der Weimarer Malerschule an der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule.
Carl Zeiß entwickelte erste Projekte in der Optik- und Feinmechanikindustrie. Zwischen Weimar und Berlin gab es 1919 eine der ersten zivilen Fluglinien der Welt und die erste Deutschlands, die mit Flugzeugen betrieben wurde.
Das Deutsche Nationaltheater Weimar ist ein bedeutendes Kulturzentrum, das eine lange Tradition in Schauspiel und Oper hat. Es war auch der Ort, an dem die Weimarer Verfassung verabschiedet wurde.
Insbesondere das Haus der Weimarer Republik war ein Besuch wert; die Situation vor der Entstehung sowie der Werdegang der Weimarer Republik werden eindrucksvoll dargestellt. Darüber hinaus wird die Situation der demokratischen Ordnung weltweit kritisch beleuchtet. Sehr lohnenswert!
Nach dem kurzen Ausflug mit versuchter Fahrradtour in Bozi Dar (leider war es zu kalt) sind wir direkt nach Annaberg gefahren und haben den Stellplatz auf dem Pöhlberg gebucht; oberhalb der Stadt mit herrlichem Blick auf die Stadt (s.u.).
Blick auf die Stadt, aufgenommen von der Spitze des Pöhlbergs
Annaberg, offiziell Annaberg-Buchholz, ist eine Stadt im Erzgebirgskreis in Sachsen, Deutschland. Die Stadt hat eine reiche Geschichte und spielt eine bedeutende Rolle in der Region Erzgebirge. Ihre Bedeutung lässt sich in mehreren Aspekten zusammenfassen:
Annaberg wurde im Jahr 1496 gegründet und entwickelte sich schnell zu einem bedeutenden Zentrum des Silberbergbaus. Die Stadt verdankt ihren Namen der Heiligen Anna, der Schutzpatronin der Bergleute. Im 16. Jahrhundert war Annaberg eines der wichtigsten Bergbauzentren Europas und erlebte eine wirtschaftliche Blütezeit.
Der Silberbergbau war der Hauptwirtschaftszweig und machte die Stadt wohlhabend. Der Bergbau zog viele Menschen an, und es entstanden zahlreiche Handwerksbetriebe, die eng mit dem Bergbau verbunden waren, wie Schmieden, Mühlen und Hüttenwerke. Die Stadt war bekannt für ihre reiche Silberproduktion, was zu ihrem raschen Wachstum und ihrer wirtschaftlichen Bedeutung beitrug.
Annaberg hat eine reiche kulturelle Tradition. Die Stadt ist bekannt für ihre beeindruckende gotische Architektur, insbesondere die St. Annenkirche, die als eine der größten Hallenkirchen in Sachsen gilt. Die Kirche wurde zwischen 1499 und 1525 erbaut und ist ein bedeutendes Beispiel spätgotischer Baukunst.
Das Erzgebirge ist bekannt für seine Volkskunst, und Annaberg spielt eine zentrale Rolle in der Pflege und Förderung dieser Traditionen. Die Stadt ist bekannt für ihre Holzschnitzereien, Weihnachtspyramiden, Räuchermännchen und andere handgefertigte Weihnachtsdekorationen. Diese Kunsthandwerke sind weltweit bekannt und machen Annaberg zu einem wichtigen Zentrum der erzgebirgischen Volkskunst.
Annaberg ist auch ein Bildungszentrum. Die Stadt beherbergt das Erzgebirgsmuseum mit einem begehbarem Bergwerk, das die Geschichte des Bergbaus und der Region dokumentiert. Darüber hinaus gibt es Bildungseinrichtungen, die sich auf die Erforschung und Bewahrung der erzgebirgischen Kultur und Geschichte konzentrieren.
Annaberg-Buchholz zieht viele Touristen an, insbesondere zur Weihnachtszeit, wenn die Stadt und die Region Erzgebirge für ihre traditionellen Weihnachtsmärkte und festlichen Dekorationen bekannt sind. Die Stadt bietet auch zahlreiche historische und kulturelle Sehenswürdigkeiten, die Besucher aus der ganzen Welt anziehen.
Eine besondere Attraktion ist auch der Annaberger St. Annenkirche mit seinem einmaligen Begmannsaltar; Die Rückseite zeigt typische Darstellungen des Bergmannlebns, die zur damaligen Zeit noch nicht auf der Frontseite eines Altars dargestellt werden durften. Heute zählt der Altar zum UNESCO – Weltkulturerbe.
Innenansicht der St. AnnenkircheDer Bergmannsaltar auf der Rückseite eines Seitenaltares in der St. Annenkirche…die alte Bobbahn vom Pöhlberg
Karlsbad, auch bekannt als Karlovy Vary, ist eine bedeutende Kurstadt in der Tschechischen Republik. Sie liegt im Westen des Landes im böhmischen Erzgebirge. Ihre Geschichte und Bedeutung sind eng mit ihren Thermalquellen und ihrer Entwicklung als Kurort verbunden. Sie beginnt im Jahr 1358, als Kaiser Karl IV. die heilenden Eigenschaften der Thermalquellen entdeckte. Der Legende nach fand der Kaiser die Quellen während einer Jagd, als ein Hirsch in eine heiße Quelle sprang. Beeindruckt von den heilenden Eigenschaften des Wassers, ließ Karl IV. die Stadt gründen und benannte sie nach sich selbst: Karlovy Vary, was „Karlsbäder“ bedeutet.
Im 15. Jahrhundert begann Karlsbad, sich als Kurort zu entwickeln. Die heißen Quellen zogen immer mehr Besucher an, die ihre heilenden Kräfte nutzen wollten. Im 16. und 17. Jahrhundert entstanden erste Bäder und Kurhäuser, und die Stadt wurde bekannt für ihre Heilbehandlungen. Das 19. Jahrhundert war die Blütezeit von Karlsbad. Die Stadt wurde zu einem der berühmtesten Kurorte Europas und zog zahlreiche Prominente an, darunter Monarchen, Aristokraten und Künstler. Zu den bekanntesten Besuchern gehörten Johann Wolfgang von Goethe, Ludwig van Beethoven und Peter der Große. Während dieser Zeit entstanden viele prächtige Gebäude im neoklassizistischen und Jugendstil, die das Stadtbild noch heute prägen.
Im 20. Jahrhundert erlebte Karlsbad mehrere Herausforderungen, darunter die beiden Weltkriege und die politische Umwälzung durch den Kommunismus. Während der kommunistischen Ära wurde der Kurort verstaatlicht und verlor einige seiner internationalen Besucher. Trotzdem blieb Karlsbad ein bedeutender Ort für medizinische Behandlungen und Kuren.
Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 erlebte Karlsbad eine Renaissance. Die Stadt wurde modernisiert und viele historische Gebäude wurden restauriert. Heute ist Karlsbad wieder ein international bekannter Kurort, der Besucher aus aller Welt anzieht. Die Stadt bietet eine Vielzahl von Wellness- und Heilbehandlungen, luxuriöse Hotels und kulturelle Veranstaltungen.
Nach dem Frühstück ging direkt weiter nach Crottendorf, wo wir gegen 12Uhr eintrafen und von den Richter‘s auf dem Parkplatz an der Kirche empfangen wurden.
Crottendorf ist ein Ort im Erzgebirgskreis in Sachsen, Deutschland. Seine Geschichte reicht mehrere Jahrhunderte zurück und ist eng mit der Region Erzgebirge und deren Bergbaugeschichte verbunden. Als besondere Entdeckung finden sie dort die Firma Huss als einen wesentlichen Produzenten der besonders zu Weihnachten belieben Räucherkerzen.
Die genaue Gründungszeit von Crottendorf ist nicht exakt bekannt, aber es wird angenommen, dass das Dorf im 12. oder 13. Jahrhundert gegründet wurde. Wie viele Orte im Erzgebirge entstand auch Crottendorf in einer Zeit, in der das Erzgebirge besiedelt und wirtschaftlich erschlossen wurde.
Im Mittelalter war das Erzgebirge bekannt für seine reichen Erzvorkommen, insbesondere Silber und Zinn. Der Bergbau spielte eine zentrale Rolle in der Entwicklung von Crottendorf. Viele Bewohner arbeiteten in den umliegenden Bergwerken und lebten von den Erträgen des Bergbaus.
Im 16. Jahrhundert begann die Blütezeit des Erzbergbaus in der Region. Crottendorf profitierte von der wirtschaftlichen Entwicklung, und es entstanden zahlreiche kleine Handwerksbetriebe und Schmieden, die mit dem Bergbau verbunden waren. Auch die Landwirtschaft spielte eine wichtige Rolle in der lokalen Wirtschaft.
Mit dem Niedergang des traditionellen Bergbaus im 19. Jahrhundert mussten sich die Bewohner von Crottendorf neue Einkommensquellen suchen. Viele wandten sich der Textilindustrie zu, die in dieser Zeit im Erzgebirge an Bedeutung gewann. Es entstanden Webereien und andere textile Handwerksbetriebe.
Im 20. Jahrhundert erlebte Crottendorf, wie viele andere Orte in Sachsen, die politischen und wirtschaftlichen Umwälzungen der beiden Weltkriege und der nachfolgenden Teilung Deutschlands. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Crottendorf Teil der DDR und unterlag den sozialistischen Wirtschaftsstrukturen.
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 erlebte Crottendorf, wie viele ländliche Regionen in den neuen Bundesländern, eine Phase des wirtschaftlichen Umbruchs. Die traditionellen Industrien mussten sich an die neuen Marktbedingungen anpassen, und es wurden Anstrengungen unternommen, die lokale Wirtschaft zu diversifizieren.
Heute ist Crottendorf ein malerischer Ort, der für seine schöne Landschaft und seine historische Architektur bekannt ist. Die Umgebung bietet zahlreiche Möglichkeiten für Outdoor-Aktivitäten wie Wandern und Skifahren, was den Tourismus zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor gemacht hat. Insbesondere die Nähe zu Oberwiesenthal, dem Fichtelberg sowie zum nahen Tschechien bieten viele Möglichkeiten, wie wir sie im Gebiet Bozi Dar genutzt haben.
Seit seit geraumer Zeit wollten wir schon die Richter’s in ihrer Datscha in Crottendorf besuchen. N un haben wir es wahr gemacht. Nach dem Sommerfest im Treff Alt Menden sind wir am 29.6. losgefahren; um nicht die gesamte Strecke bis an die tschische Grenze nach Crottendorf an einem Tag fahren zu müssen, haben wir einen netten Stellplatz in Creutzburg direkt an der Werra als Übernachtungsmögrlichkeit ausgesucht. Wir erreichten den Stellplatz früh genug, um auch das EM – Spiel Deutschland gegen Dänemark im Park unter den Bäumen in voller Länge genießen zu können.
Creuzburg liegt direkt an der Werra, einem bedeutenden Fluss in der Region Thüringen und seine Geschichte ist eng mit seiner strategischen Lage und seiner Entwicklung im Mittelalter verbunden.
Die Stadt wurde vermutlich im 10. Jahrhundert gegründet und erhielt ihren Namen von der kreuzförmigen („kreuz“) Burg („burg“), die dort erbaut wurde. Die Lage an der Werra war strategisch wichtig, da die Burg die Handelswege kontrollierte und die Überquerung des Flusses überwachte.
Im Laufe der Zeit entwickelte sich Creuzburg zu einer bedeutenden Handelsstadt, insbesondere durch den Handel mit Salz, das in der Region abgebaut wurde. Die Stadt war auch ein wichtiger Markt- und Verwaltungsort.
Im 13. Jahrhundert wurde Creuzburg zur Stadt erhoben und erhielt Stadtrechte, was ihre Bedeutung weiter unterstrich. Die Burg spielte eine zentrale Rolle in der Verteidigung und Administration der Region.
Während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) erlitt Creuzburg wie viele andere Städte in Mitteleuropa schwere Zerstörungen und wirtschaftliche Einbußen. Danach begann jedoch eine langsame Erholung und die Stadt blühte wieder auf.
Im 19. Jahrhundert wurde Creuzburg Teil des Herzogtums Sachsen-Meiningen und später Teil des Freistaats Thüringen nach dem Ersten Weltkrieg.
Heute ist Creuzburg bekannt für seine gut erhaltene Burg, die Besucher aus aller Welt anzieht, sowie für seine schöne Lage an der Werra und die historische Altstadt.
Die historische WerrabrückeUnser Stellplatz am Wanderpfad und der Brücke